Bericht 4. Quartal 2013

Weinheim, 14.01.2014

Strategiegruppe Schule-Beruf etabliert

Die im Frühjahr 2013 gegründete Strategiegruppe Übergang Schule-Beruf in Weinheim hat sich bis Jahresende gut etabliert. Sie wirkt als strategische Fachgruppe der Steuerungsgruppe Bildungsregion Weinheim (die alle bildungsbiografischen Übergänge von 0 bis ca. 25 Jahre bearbeitet) und präzisiert die Strategie für den Übergang Schule-Beruf. In ihr vertreten sind, jeweils auf Leitungsebene, neben dem Oberbürgermeister der Stadt Weinheim, die IHK, die HWK, die Arbeitsagentur, das Staatliche Schulamt, die regionale Jugendberufshilfe, die kommunale Jugendarbeit, die Elternberatung des Bildungsbüros und die geschäftsführende Rektorin der Weinheimer Schulen. Die Geschäfte der Strategiegruppe führt das kommunale Koordinierungsbüro.
Konstituiert wurde die Strategiegruppe auf Anregung von Oberbürgermeister Bernhard und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Heidelberg, Herrn Heckmann, als weiterer Schritt zur kontinuierlichen Abstimmung; so, wie im April 2012 in der Kooperationsvereinbarung zwischen Kommune und Arbeitsagentur vereinbart.
Dabei legt die Strategiegruppe Übergang Schule-Beruf ihrer Arbeit das 2011 verabschiedete Leitbild der Steuerungsgruppe der Bildungsregion Weinheim zugrunde.

Informiert, beraten bzw. beschlossen wurde in der Strategiegruppe bislang über

  • die Angebots- und Nachfragesituation am regionalen Ausbildungsstellenmarkt
  • neue Initiativen zur Fachkräftesicherung und zur Gewinnung von Azubis
  • die neue Initiative örtlicher Unternehmen zur Verbesserung der Kooperation zwischen Unternehmen, Schulen und Stadt und über deren Einbindung in die regionale Gesamtstrategie für Bildung und Ausbildung (Weinheimer Bildungskette in der Bildungsregion Weinheim)
  • die Information von Eltern/Familien mit Migrationshintergrund über die Chancen der (dualen) Berufsausbildung
  • die Verbesserung von Quantität und Qualität von Schülerpraktika in Betrieben
  • Chancen und Risiken eines Modellstandorts Weinheim im Rahmen des Modellversuchs zur Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf in Baden-Württemberg.

 

Transparenz und Abstimmung von Praktikumszeiten verbessern

In 2013 erwies sich das Schülerpraktikum im Betrieb einmal mehr als zentraler Baustein einer arbeitsweltnahen Berufsorientierungsarbeit an den Schulen. Allerdings macht die große Anzahl der nachgefragten Praktikumsplätze und die enorme Intransparenz im „Praktikumsgeschehen“ zunehmend Probleme. Um den weiter wachsenden Bedarf an Praktikumsplätzen zu decken und zugleich ihre Qualität zu sichern und zu verbessern, wurde ein Arbeitsprozess für mehr Transparenz und Abstimmung bei den Schülerpraktika im Betrieb gestartet. Auf der Basis einer breit angelegten Recherche zur aktuellen Umsetzungspraxis von Schülerpraktika in der Region, wird derzeit eine Dokumentationsdatenbank entwickelt, die eine Analyse des Ist-Stands und der Problemlagen, und die Abstimmung zwischen den Schulen sowie zwischen den Schulen und Unternehmen unterstützen soll. Eine bessere Verteilung der Praktikumszeiten soll helfen – über’s Schuljahr verteilt – mehr Betriebspraktika guter Qualität zu erschließen. Die regionale Wirtschaft wünscht sich ausdrücklich solch eine Abstimmung.
Inzwischen liegen erste Rechercheergebnisse der Geschäftsführenden Rektorin und des Kommunalen Koordinierungsbüros vor. Im Frühjahr 2014 beginnt dann der Abstimmungsprozess mit den Schulen.
Mit dem Arbeitsprozess Transparenz und Abstimmung der Praktikumszeiten setzten das regionale Kooperationsnetzwerk und das kommunale Koordinierungsbüro (Übergangsmanagement Schule-Beruf in Weinheim) ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Praktikumsqualität fort. Bereits 2011 war daraus der gemeinsam vereinbarte Qualitätsrahmen Praktikum hervorgegangen.

Fachforum „Fremde Lebenswelten“ gibt dem Kooperationsnetzwerk neue Impulse

Gemeinsame Fortbildungen für Akteure unterschiedlicher Professionen oder für Fachkräfte und ehrenamtliche Lern- und Berufsstartpaten hatten sich bereits vielfach beim Weiterentwickeln der regionalen Handlungsstrategie bewährt. Vor diesem Hintergrund waren die Erwartungen hoch gesteckt, als die regionale Jugendberufshilfe (Jugendagentur Job Central), die Bürgerschaftliche Initiative „Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart“ und das Koordinierungsbüro Übergang Schule-Beruf der Stadt Weinheim am 30. Okt. 2013 gemeinsam zum Fachforum „Fremde Lebenswelten“ einluden. Rund 60 Patinnen/Paten aus der Region sowie Fachkräfte der Jugendberufshilfe und der Elternberatung für Migrantenfamilien kamen auf Vermittlung der Freudenberg Stiftung im Tagungshaus der Unternehmensgruppe Freudenberg zusammen. Sie diskutierten und reflektierten Fachvorträge und eigene Erfahrungen, und sie lernten Methoden zur Analyse und Reflexion des eigenen Umgangs mit kultureller Vielfalt sowie zum Verstehen von Fremdem und Fremdheit (siehe Tagungsmappe). In praxisnahen Übungen wurde Methoden- und Fachwissen für den Dialog und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen, Geschlechter, Ethnien, Religionen, Fach- oder Organisationskulturen kennengelernt und eingeübt. Spannend war dabei nicht zuletzt das Sich-bewußt-machen eigener Werte und deren Einflüsse auf das pädagogische Handeln. (Siehe Presseartikel)

Praxisexperten/innen aus Kommunen beraten das Ausbildungsbündnis Baden-Württemberg bei der Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf

Auf Einladung des Städtetages Baden-Württemberg berieten Praxisexpertinnen und -experten für kommunale Koordinierung und lokale Übergangsgestaltung die Steuerungsgruppe des Ausbildungsbündnisses Baden-Württemberg im Sommer 2013 und unterstützten den Städtetag BW bei seiner Positionierung zur geplanten Neugestaltung des Übergangs. Durch ihr Mitwirken konnten Erfahrungen der Städte Pforzheim (Andreas Starz), Stuttgart (Angelika Münz), Mannheim (Jürgen Ripplinger) und Weinheim (Dr. Susanne Felger) in die Diskussion um eine Bildungsreform am Übergang Schule-Beruf eingebracht werden. Für diese Offenheit, Wertschätzung und den anregenden Dialog danken wir dem Ausbildungsbündnis BW und dem Städtetag Baden-Württemberg sehr.
Am 4. November 2013 wurde von der Landesregierung, dem Landtag und einem breiten Unterstützerbündnis das Eckpunktepapier zur Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf in Baden-Württemberg vorgelegt, das u.a. die Aufgaben von Kommunen bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Neugestaltung anerkennt. (Siehe Eckpunktepapier)